Ferien

Lust auf Ferien

Von Nadine Effert · 2017

Das Wohlbefinden steigern, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, aus dem Alltag ausbrechen: Es gibt viele – und vor allem gute – Gründe, die Koffer zu packen.

Herr und Frau Schweizer sind gerne unterwegs: Auf die Frage «Was tun Sie mit Geld, das Sie zur freien Verfügung haben?» lautet die zweithäufigste Antwort: «Für Reisen ausgeben». Nur Sparen kommt laut der Comparis-Studie vor der Befriedigung der Reiselust. Welche Art von Ferien die Schweizer präferieren, darüber gibt eine Erhebung des Internationalen Umfrageinstituts CINT Auskunft: Führten im Jahr 2016 noch Städtereisen die Rangliste an, steht in diesem Jahr Strandurlaub hoch im Kurs. Knapp 43 Prozent wollen eine Auszeit mit Sonne, Sand und Meer; 40 Prozent zieht es in die Metropolen rund um den Globus. Experten wissen: Jetzt ist die beste Zeit, die Ferienplanung für den Sommer in Angriff zu nehmen. Kein Wunder: Ist die Ferienzeit für viele doch die schönste Zeit im Jahr.

Reisefieber im Sommer ungebrochen

Laut der Prognose des Schweizer Reise-Verbands (SRV) dürften die Buchungen für Sommerferien in diesem Jahr zunehmen: Gegenüber der Vorjahresperiode ist von einem Wachstum fünf bis zehn Prozent die Rede. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine schwerwiegenden politischen oder klimatischen Ereignisse eintreffen. Politische Unruhen und Anschläge wie etwa in der Türkei oder nordafrikanischen Ländern haben in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass Destinationen auf der Skala der beliebtesten Feriendestinationen weit nach unten gerutscht sind. Verständlich, möchte man doch die schönste Zeit im Jahr nicht mit einem mulmigen Gefühl am Strand liegen oder auf den Besuch von Sehenswürdigkeiten, an denen sich bekanntlich grosse Menschenmengen aufhalten, verzichten. SRV-Geschäftsführer Walter Kunz geht davon aus, dass die Nachfrage nach Ferien in der Türkei in 2017 völlig einbrechen, wohingegen Ägypten sich vom Touristenmangel erholen wird. Vor der Buchung ist es stets ratsam, sich über aktuelle Reisewarnungen zu informieren. Reisebüros sind diesbezüglich ohnehin stets up to date.

Reisebüro oder Online-Buchung?

Die ausgebildeten Mitarbeitenden kennen sich zudem aus mit den jeweiligen Einreisebestimmungen, verfügen über viel Hintergrundwissen, kennen die Veranstalter. Persönliche Beratung und mehr Sicherheit, wenn mal «etwas schiefgeht», sind die Stärken von Reisebüros. Dennoch mussten in der Schweiz in den letzten zehn Jahren fast die Hälfte aller Reisebüros ihre Türen schliessen. Ein Blick zum Beispiel ins Nachbarland Deutschland zeigt ein ähnliches «Reisebürosterben». Der Grund: die Konkurrenz aus dem Internet. Bequem vom Sofa aus Angebote vergleichen, Erfahrungsberichte von Urlaubern durchstöbern und letztlich die Ferien auf einem Online-Portal buchen, das macht inzwischen über die Hälfte aller Reiselustigen – Tendenz steigend. Wohin die Reise in Zukunft gehen könnte, zeigen andere Länder wie Grossbritannien, wo bereits deutlich mehr Ferien per Mausklick gebucht werden. Der Grosskonzern Tui verkauft schon heute in Nordeuropa rund 80 Prozent seiner Produkte im Netz. Noch hat der Verbraucher Entscheidungsfreiheit in Sachen Buchungsart. Und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Die beliebtesten Reiseziele

Laut SRV haben diese Reiseziele bei den Schweizern die Nase vorn: Im Mittelmeerraum sind es die Länder Spanien, Portugal, Griechenland und Zypern oder als kleinere Destinationen Sardinien und Korsika. Auch Skandinavien und, weiter entfernt, Kanada, die USA, Südafrika und Australien sind gefragt. Im Kommen sind Ziele im Indischen Ozean wie Sri Lanka und der Noch-Geheimtipp Kapverdische Inseln. Vom «Preiskrieg der Airlines» profitieren vor allem Reisende mit grossem Fernweh: Eine Woche in der Touristenboom-Destination Thailand inklusive Flug gibt es schon ab 1`000 Franken. Immer grösserer Beliebtheit erfreuen sich auch Kreuzfahrten, «weil Seereisen nicht mehr als elitär betrachtet werden und sich die Preise demokratisiert haben», erklärt Reiseexperte Kunz. Ob «Schiff und Hotel», «Safari und Badeurlaub» oder «Flussfahrt und Golfen» – auch Kombinationsreisen sind in 2017 im Kommen. Keine Lust auf Mainstream? Kein Problem. Hier kommen die «Best in Travel 2017»-Geheimtipps von Lonely Planet: 1. Die Ruinenstadt der Inka Choquequirao in Peru, 2. die Region Taranaki in Neuseeland mit beeindruckenden Naturschönheiten, wie dem Vulkan Mount Taranaki und 3. die vielseitige portugiesische Inselgruppe Azoren im Atlantik. Wohin die Reise auch gehen mag, nicht vergessen: Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt. In Laotses Sinne: Viel Spass beim Lesen dieses Reise-Specials!